AUGUST 80 – STETTIN 2020 – Plakatausstellung in den Straßen der Stadt
Marta Kufel

Der August 80 war eines der wichtigsten Ereignisse, die die Identität der Stadt beeinflussten.
Am 30. August 1980 wurde in Stettin die erste von mehreren Vereinbarungen zwischen den unabhängigen Gewerkschaften und der Regierungsseite, geschlossen, als Ergebnis der Streiks im Juli und August 1980. Weitere wurden am 31. August in Danzig sowie am 3. September in Jastrzębie-Zdrój unterzeichnet. Die Augustvereinbarungen betrafen grundlegende Bürger- und Arbeitsrechte, Lohnerhöhungen und Entschädigungen für steigende Lebenshaltungskosten sowie soziale Anrechte, aber auch eine Begrenzungen der Zensur, die Freilassung von politischen Gefangenen und die Brandmarkung von Ungereimtheiten bei der Machtausübung.
Die Stettiner Vereinbarungen waren ein wichtiges Element auf dem Weg zum Wiederaufbau einer bürgerlichen Gesellschaft in Polen und stellten gleichzeitig eine informelle bürgerliche „Zweite Verfassung” dar.
Auf den Einfluss der Ereignisse vom August 80 auf den Aufbau einer Identität gehen wir beim diesjährigen 40. Jahrestag ein. Nicht die märtyrerhafte Verfestigung ihrer Bedeutung , sondern die Unterstreichung ihrer Rolle und aktuellen Symbolik gegenüber den Herausforderungen einer sich entwickelnden modernen Stadt. Viele der Fragen, die in den Augustvereinbarungen berührt werden, sind ein untrennbarer Teil neuer gesellschaftlicher Verhandlungen in modernen Gesellschaften, daher der volle Titel unserer Feierlichkeiten August 80’ – Stettin 2020. Das moderne Stettin ist eine Stadt, die auf Dialog, Offenheit, Zusammenarbeit, Verständigung (mit der Betonung auf ‘Verstehen’) basiert, um eine Gemeinschaft, eine gerechte Güterverteilung und eine Gleichbehandlung aller Bürger oder einen ausgewogenen Fortschritt zu erreichen.
Letztendlich ist August 80 – Stettin 2020 eine lebendige Plakatgalerie, die bei einem Spaziergang durch die Stadt besichtigt werden kann. Zur Teilnahme wurden bedeutende Vertreter des Mediums Plakat aus Stettin eingeladen. Künstler verschiedener Generationen, mit unterschiedlichen Ausdrucksweisen schufen eine großformatige Straßengalerie und bezogen sich mit ihren Arbeiten auf das historische Ereignis, wie auch dessen Einflüsse auf die moderne, sich ständig verändernde Stadt.
Das Event wird begleitet von einer Wandmalerei – Aktion auf dem Platz am Platz Solidarności, auf dem Dach des Zentrums für Dialog „Umbruch” – Nationalmuseum in Stettin durch Marcin Papis „Krasa”, am 29. August 2020.
15 August – 15 September 2020.
Künstler und Künstlerinnen: Dawid Czajkowski, Agnieszka Dajczak, Lex Drewiński, Piotr Depta-Kleśta, Marcin Papis „Kras”, Leszek Żebrowski
Kurator: Stanisław Ruksza
Organisatoren: Stadt Stettin, Trafostation der Kunst in Stettin, Stettiner Künstleragentur.




